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Verzehrer (06.09.2006)
Es blutet in meine Seele,
verdrängt die Essenz meines Seins.
Es breitet sich aus,
vergiftet meine Gedanken.
Es umgibt alles,
trübt meinen Verstand.
Es fühlt für mich,
tötet mein letztes Empfinden.
Es ist allmächtig und hässlich.
Ich verkannte sein Geschick.
Es nützt jede kleine Wunde,
erschleicht sich das Vertrauen.
Es lässt mich langsam sterben,
und ich merk es nicht einmal.
Es lauert überall,
flüstert mir zu und führt mich in die Irre.
Es ist der Freund,
den man seinen Feinden wünscht.
Es ist versteckt - ist immer ganz nah.
Es wurzelt in mir,
schläft niemals und wächst ewiglich.
Dann denkst du deinen letzten Gedanken,
und erkennst, dass du verloren hast.
Verloren einen Kampf,
der nie gefochten wurde.
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Wenn der Wille stark ist... (24.08.2006)
...dann sollte der Rest kein Problem sein.
Erkenntnis bringt aber nicht unbedingt die Dynamik.
Viel mehr zeigt sie einen den Weg, den man unfähig ist zu begehen.
So ärgert man sich zu jeder Zeit darüber, was man könnte,
aber nicht in der Lage ist, auszuführen.
Gesegnet mit Talenten, die schön langsam unnütz sterben müssen,
weil die Existenz eine Schmach wäre.
So wird auch mein Leben einmal enden,
Reich an Gedanken, aber arm an Taten.
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Ruhige Wasser sind wir anfangs... (17.08.2006)
Zerwürfnisse erziehen uns zu Wellen,
schnell ergießt sich daraus gefährliche Strömung.
Wir fallen zusammen zu Wirbeln
und brechen als Brandung an unsere Grenzen.
Aufgewühlt ebben wir zur Flut,
kämpfen um Frieden und ernten Schäume.
Desillusionierung und Ohnmacht geben uns Aufwind,
wir erheben uns zum reißenden Strom, münden in die See.
Wachsend giert unser innerer Sturm,
wollen den Orkan auf unserem Meer erwecken.
Tobend erhoffen wir uns Gehör,
wollen uns offenbaren und nicht kampflos vergehen.
Doch aller Wille scheint vergebens,
gedemütigt zweigen wir in seichtes Gewässer.
Ziehen uns zurück, werden schwächer,
um in den Ausläufern unserer Träume zu verdunsten.
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Wiegenlied (16.08.2006)
Wiegenlied der Verlorenheit,
tänzelst Strophen der Verbundenheit,
ziehst die Ketten der Bedeutungslosigkeit.
Entzweist mir Herz und Seele.
Gibst mir Nahrung durch die Hoffnungslosigkeit,
lässt mich springen über erfrorene Lebenslust.
Zerronnen sind deine kahlen Noten,
die mir Verderbtheit singen.
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Seelenloses Herz (24.09.2005)
Schwere Kälte ergießt sich aus meinem hohlen Herzen.
Die Seele längst schwarz geschrieen.
Einsamkeit ist meine 2. Haut,
rot wie Feuer, aber kalt wie das Nichts.
Meine Lippen verstummt, nichts kann mehr singen.
Das Leuchten verflogen vom kindlichen Gemüt.
Bin alt und zittrig, vergesse das Leben bereits.
Kann mich nicht mehr flehend umblicken,
da alles bisher erhofft und nichts berauscht.
Stumpfsinn sucht sich seinesgleichen,
keine Welt erklärt sich mir.
Bestialisch nagt der Zweifel,
ob alles nur Trug und Pein ist hier.
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Dunkler Gefährte (06.09.2005)
Dunkler Gefährte, flirtest' mit mir.
Kannst nur grinsen über das Leben.
Stehst von Anfang an auf meiner Seite.
Weichst niemals ab von meinem Funken.
Bist mal fern, mal gefährlich nah,
doch darfst nicht handeln ohne meine reife Seele.
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Sommerherbst (06.09.2005)
Rasch ergießt sich welkes Geblätt',
ist's Sommer Ende kühl in Sicht.
Letzte Strahlen auf meiner selbst hier.
Sind's für diese Zeiten unser letztes Licht.
Wie schad' drum, dass des Jahres Leben schwindet.
Zieh'n zurück uns zur stillen Bleib'.
Weiße Pracht, die uns bald lindert.
Doch das Ende ist noch weit...
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Kreis (05.09.2005)
Strecken, recken, immer fetzen,
Leiden, weiden, immer meiden.
Wiegen, siegen, immer getrieben.
Wenden, blenden, nimmer enden.
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Der Ruf (31.08.2005)
Der Regen wispert mit jedem Tropfen meinen Namen.
Sanft und leise streichelt er mich.
Ruhig falte ich meine Hände und lausche.
Ich höre wie mein Herz langsam wird.
Warm läuft das Wasser über mein Gesicht.
Mein Atmen wird zögerlich.
Ich beginne zu leuchten.
Alles brennt in mir.
Allmählich suchen meine Augen nach der Unendlichkeit.
Kurze Furcht kommt auf, doch ich werde stark sein.
Der Atem stockt mir.
Zu schön ist die Friedlichkeit.
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Dichte (29.08.2005)
Mal hellgrau, dann schwarz.
Letztens sogar weiß, doch dann plötzlich dunkelgrau.
Schattiert, dann linear, kariert und auf einmal klar.
Fließend samtig und eines Tages bunt.
Doch am Ende gemischt wird's wieder einsam.
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Der Zaunkönig (29.08.2005)
Unendlich wandere ich an den Grenzen des Verstandes,
zu suchen den König.
Er herrscht über Lande, die ich spüren, aber nicht sehen kann.
Zu weit ist seine Unendlichkeit.
Einfach riesig ist sein Verständnis von Zeit und Strom.
Verrückt macht mich die Erkenntnis,
nie an diese Schranken stoßen zu können.
Alles entfernt sich, je näher ich meinem Ziel kommen will.
Unschärfe legt sich auf mein müdes Auge.
Oh, König, nimm mich auf in deinen Schoß.
Lass mich teilhaben an deiner Weisheit.
Will auf ewig deine Lande bewandern und dir dienen.
Verbinden wir unsere Grenzen.
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Schwarzes Licht (28.08.2005)
Schwarzes Licht umfängt das Herz.
Chaotischer Verstand durchwühlt die Stille.
Bedrohlich sind die Gelächter,
gedrungen von Schatten der Vergangenheit.
Versehentlich geblinzelt in des Hoffnungs Tücke,
Zu vertraut die Sympathie des Scheiterns.
Schwarzes Licht wie kannst du nur.
Strahlend erfrierend und doch nicht kalt.
Bringst mir Tod und Leidenschaft in einem Atem.
Will dich kennen, aber nicht erfassen.
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Ewig gebunden (2003)
Liebe zu spüre, die durch dich genährt.
Ewige Leidenschaft durch stille Mächte gewährt.
Verrückter Tanz so wirr und doch klar,
geboren im alten Leben, das süßer nie war.
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Erkenntnis (2002)
Weißt du's noch,
mein Teurer, du
Warst Sonne, Mond und Gestirne dazu.
Kanntest Gedanken verborgen so tief in mir,
die selbst ich nicht vermochte zu finden hier.
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Grenzenlos (2000)
Wo Tag und Nacht verschwimmen,
wo Luft und Wasser eins werden und Fische ihre Federn pflegen...
Wo der einsame Weg sich unterhält,
wo Fliegen Frösche fressen und Wolken Wüsten schmücken...
Auf dass die Sphären mit Schmetterlingen tanzen und Steine sich nach Wünschen formen...
So kann der Baum mit Feuer spielen und der Wind die Mücken jagen...
Ob die Lüge in den Spiegel schaut?
Oder die Wahrheit sich misstraut?
Ob ich fliegen kann, fragst du?
Wer verbietet es mir denn?
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